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Der Stachus 9,80 EUR
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Art.Nr.: 978-3-937090-14-6
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Der Stachus
Der Stachus
Der Stachus

Wo München modern wurde
Karl Stankiewitz

Der Karlsplatz gehört nicht zur historischen Substanz Münchens. Er ist eigentlich nur ein Anhängsel, zu dem wiederum der Lenbachplatz ein Anhängsel ist. Er ist ein Produkt der Neuzeit, 1791 durch Erlass eines Landesherrn vor der Stadtmauer buchstäblich aus dem Boden gestampft. Doch seine Geschichte ist voller Dramatik, voller Glanz und immer noch voller Rätsel, die schon mit dem Zweitnamen "Stachus" beginnen. Viele der Elemente, die das Werden und Wachsen Münchens bestimmten, hatten am Karlsplatz ihren Keim oder ihren Kristallisationskern: Bauspekulation, Repräsentation, Mietwohnbau, Verplanung, Gastlichkeit und vor allem die großen Probleme des Straßenverkehrs. Fast immer gab es dafür Lösungen. Insofern ist der Karlsplatz der Ausgangs- und Mittelpunkt für das moderne München. Karl Stankiewitz ist dieser lokalen Entwicklungsgeschichte nachgegangen, Haus für Haus, und hat dabei erstaunliche Entdeckungen gemacht. Er berichtet nicht nur von interessanten Plänen und Bauten, sondern auch von Menschen an diesem zentralen Platz, von ihrem Leben und manchmal Überleben, von Unglücksfällen, Revolutionen, Verbrechen und von erheiternden Begebenheiten am Rand dieses großen Rondells vor dem Tore.

122 Seiten mit vielen Farb- und s/w Fotos
Festeinband, 20,3 x 25,0 cm
ISBN 978-3-937090-14-6

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Rezensionen:

Autor: Antje Hertel 12.10.2006

Der Autor Karl Stankiewitz setzte seine 40-jährige Journalistenerfahrung ein, recherchierte von Haus zu Haus und verbrachte viele Tage in Archiven und Bibliotheken, um die über 700-jährige Geschichte dieses markanten Platzes in spannenden Anekdoten festzuhalten. Es ist aber nicht nur der Unterhaltungswert, der dieses Buch so wertvoll macht. Es sind auch die sorgfältig ausgewählten Bilder, die Glanz und Gloria ebenso bezeugen, wie die Schattenzeiten und die Visionen zu diesem zentralen Münchner Platz. Und schließlich sind es auch die Zahlen und Fakten, die das Buch zu einem besonderen Münchner Geschichtsbuch machen. So stößt der Leser beim Aufblättern als erstes über die Stachus-Chronik, die im Jahre 1292 beginnt und nach 65 Einträgen mit der Übergabe des Stachus-Untergeschosses als Gesamtbauwerk im Jahre 2006 endet. Interessant ist auch das aufwendig recherchierte Personenregister, in dem sich die ehemalige Filmkönigin Ilse Kubaschewski ebenso wiederfindet, wie der Pasinger Architekt Joseph von Schmaedel, der das berühmte "Pini-Haus" als Dreiecks-Bau entworfen hatte. Interessant ist das Register nicht zuletzt durch die Angaben von Geburtsjahr und ggfls. Todesjahr, das die zeitliche Zuordnung der Perönlichkeiten in die Stachus-Geschichte erleichtert. Die kurzweiligen Geschichten in diesem Buch (er)klären nicht nur offene Fragen rund um den Stachus, sie bieten auch Stoff für offene Diskussionen, wie der Frage "Welches war das "geliebte Häuserl" der Münchner?" oder "Ist das nackige Brunnen-Buberl künstlerisch modern oder moralisch skandalös?". Wenn der Leser seine persönliche Lieblingsgeschichte gefunden hat, kann die Seite mit dem eingebundenen roten Fanden markiert werden und ist jederzeit griffbereit wieder aufgeschlagen. Aber Achtung! Wer dieses Buch gelesen hat, wird den Stachus künftig wie wieder als fremden Ort mit fremden Menschen betreten können. Es könnte sich bereits bei der Durchsage "nächste Halt Stachus" oder spätestens beim Betreten des Platzes ein Art "Zuhause-Gefühl" einstellen. Das Gefühl für einen Ort, den man glaubt schon immer gekannt zu haben - ein Gefühl von Heimat.


 
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